Auch Recruiter (m/w/d) können eine Marke sein

Deine Response Rate hat einen direkten Einfluss auf deine Erfolgsaussichten in der Direktansprache. Eine positive Recruiter Brand kann diese verbessern. Diese entsteht mit der Zeit, kann aber beschleunigt werden. Erfahre wie ;)

Auch Recruiter (m/w/d) können eine Marke sein
Photo by Florian Klauer / Unsplash

Vielleicht ist dir der Begriff "Recruiter Brand" schon einmal begegnet. Ich zumindest habe ihn schon häufiger im Kontext von Recruiting vernommen - meist im Zusammenhang mit dem Active Sourcing.

Was ist eine Recruiter Brand?

Vereinfacht gesprochen, handelt es sich bei der Recruiter Brand um alle positiven wie negativen Assoziationen, die Kandidat:innen zu dir als Person Im Recruiting haben, sprich:

Deine Recruiter Brand ist die Summe aller Erfahrungen, die Kandidat:innen mit dir als zentrale Ansprechperson im Recruiting-Prozess machen.

Nur kommt dieser Prozess in vielen Fällen ja gar nicht mal richtig in Gang, weil keinerlei Response auf deine Nachricht(en) erfolgt.

Warum es "unbekannte" Recruiter (m/w/d) häufig schwerer haben.

Gründe dafür, dass der Austausch mit dem Wunschkandidaten bereits am Anfang hakt, können natürlich vielfältig sein.

Möglichkeit 1: Deine Nachricht ist ganz einfach 💩

Möglichkeit 2: Dein Unternehmen kennt kein 🐖 (oder zumindest hat deine Zielgruppe weder von euch gehört noch hat sie dein Unternehmen auf dem 📃)

Möglichkeit 3: Es kann aber natürlich auch sein, dass die Rolle einfach 🧀 ist ;D

Möglichkeit 4: Der Kandidat kennt dich nicht. Du bist ihm "suspekt".

Bereits als Kindern wird uns schließlich eingetrichtert, dass man nicht mit Fremden sprechen soll. Und schon gleich gar nicht mit einer fremden Person, die versucht, einen irgendwohin zu locken. Da ist es doch logisch, dass viele Kandidat:innen dir per se erstmal nicht über den Weg trauen.

Wie du deine Recruiter Brand bekannter machen kannst.

Es gibt eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, die Response Rate deiner Wunschkandidaten (m/w/d) auf LinkedIn zu deinen Gunsten zu beeinflussen - die sogenannten LinkedIn Thought Leader Ads (kurz: TLA).

Dabei handelt es sich im Grunde genommen um eine Werbeanzeige, deren Stärke darin liegt, dass sie vom Laien auf den ersten Blick gar nicht erst als solche wahrgenommen werden.

Während der Dreh- und Angelpunkt bei "normalen" Werbeanzeigen im LinkedIn Newsfeed immer das Unternehmensprofil des Werbetreibenden ist, steht bei den TLAs das Profil einer Person im Vordergrund.

Ganz einfach ausgedrück, wird bei einer TLA der LinkedIn-Beitrag einer Person (z.B. eines Recruiters) als Werbeanzeige genutzt. Dieser Beitrag wird in den Feed einer vorab exakt definierte Kandidaten-Zielgruppe ausgespielt und es werden sogar bestehende Interaktionen wie Likes oder Kommentare (aus deiner Zielgruppe?!) angezeigt - was den Beitrag automatisch noch weniger werblich erscheinen lässt.

Erst Anwärmen. Dann heiß 🔥machen.

Also auf den Job natürlich. Denn gerade dann, wenn du mehrere Personen für ein Stellenprofil finden musst und zumindest etwas Vorlauf für strategische Arbeit hast, kann es sich lohnen, mit thematisch relevanten Beiträgen eine erste organische Sichtbarkeit in der gesuchten Zielgruppe aufzubauen. Idealerweise ziehst du damit bereits eine erste Aufmerksamkeit richtig spannender Kandidaten auf dich und die Leute "gewöhnen" sich an dich. Solltest du dafür keine Zeit haben, ist das reicht zur Not aber auch ein richtig guter Beitrag - in dem du anteasern solltest, für welche spannenden Projekte (oder Jobs) du gerade die passenden Talente & Experten finden darfst. Und genau dieser Post bietet sich förmlich an, dass er als TLA in die exakt definierte Zielgruppe ausgespielt wird.

Interessante Nebeneffekte

Im Gegensatz zu einer regulären Werbeanzeige auf LinkedIn enthält eine Thought Leader Anzeige KEINEN nativen Call-To-Action-Button und verlinkt auch nicht auf deine Karriereseite oder Stellenanzeige. Dein Beitrag, bzw. dein LinkedIn Profil sind Dreh und Angelpunkt bei dem Format. So kannst du z.B. davon ausgehen, dass interessierte Personen aus der Kandidaten-Zielgruppe sogar aktiv dein LinkedIn-Profil besuchen werden -wodurch bestenfalls sogar einen komplett anderen Gesprächsöffner für deine InMail hast á la:

"Ich habe gerade zufällig gesehen, dass du auf meinem Profil warst. Was ein Zufall - ich suche gerade genau so eine Person für dich für die Rolle XY. Bock zu quatschen?"

Das dreht den Spieß komplett um. Und selbst wenn sich doch kein Kandidat auf dein Profil verirrt. Idealerweise haben sie dich durch die Thought Leader Ad dennoch schon einmal wahrgenommen, bevor du deine ersten Nachrichten schreibst.

Kostenvorteile gegenüber normalen Ads

Verglichen mit anderen Anzeigentypen auf der Plattform LinkedIn bewegen sich auch die Klickpreise (kurz: CPC) auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Das gilt besonders auch für Video-Ads, die zwar ein wichtiger Baustein im Personalmarketing- und Recruiting-Mix sind, deren CPCs jedoch ordentlich in die Höhe schießen können. Egal wie gut die Kampagne ist.

Dein Anschreiben. Und die liebe Response Rate.

Du darfst mich gerne für bekloppt halten. Aber bei der Response-Wahrscheinlichkeit greift für mich der VORWERK-Effekt. Man kennt die Marke. Durch den Thermomix ist sie in viele Fällen auch positiv belegt. Steht also ein VORWERK Vertreter vor meiner Haustür und möchte mir was andrehen, öffne ich ihm dennoch eher die Tür als einem anderen Vertreter - dessen Logo ich noch NIE gesehen habe. Ich sage nicht, dass du jetzt auf den Vertrieb von Haushalts- und Küchengeräten umsatteln musst - auch wenn es oft heißt, Vertrieb und Recruiting sind eigentlich das selbe. Ich bin aber davon überzeugt, dass dir eine positiv wahrgenommene Recruiter Brand dabei hilft, bessere Rückmeldequoten zu erzielen und mit mehr passenden Kandidat:innen ins Gespräch zu kommen.

Fazit.

Natürlich sind Thought Leader Ads nicht der einzige Weg, ein gewisses Vertrauen in der Zielgruppe aufzubauen, in der du rekruitierst. Im Gegensatz zu vielen anderen Aspekten wie Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit, Geschwindigkeit im Prozess, kannst du TLAs gezielt und vergleichsweise kurzfristig in deine Karten spielen lassen. Und wenn du dann am Ende im direkten Austausch mit den Kandidat:innen den positiven ersten Eindruck auch noch bestätigst, wirst du vielleicht sogar irgendwann zur Recruiter Love-Brand ;) Und die von dir kontaktieren Leute schicken dir auch gleich noch ihre Freunde und Kollegen in die DMs.