How to start a Podcast - Wie du einen Podcast für dein Arbeitgebermarketing umsetzt
Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Artikel darüber schreiben, womit ich in den letzten Jahren ganz erfolgreich prokastiniere. Herausgekommen ist eine Art Leitfaden zum Start eines Arbeitgeber- bzw. Employer Branding-Podcasts.
Euren Personalmarketing-Kram sollen bestimmt nicht nur aktiv Jobsuchende sehen, sondern ihr wollt euch damit auch bei latent Interessierten Gehör verschaffen. Oder?! Es soll ja schließlich kein Top-Kandidat sagen können, dass er von eurem Unternehmen noch nicht gehört hat ...
Eine absolute Geheimwaffe im Recruiting-Mix ist häufig der eigene Arbeitgeber-Podcast. Warum? Das Medium Podcasts ist sind längst im Mainstream angekommen und fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung (45 Prozent) hört regelmäßig Audioformate. Und der Markt wächst unaufhaltsam weiter.
Mit ihm wächst aber auch die Erwartungshaltung an einen guten Podcast. Die Hörer werden wählerischer und haben gewisse Ansprüche. Sowohl an das Gesprochene als auch zunehmend an das Visuelle. Das gilt sicher auch für deinen (zukünftigen) HR-Podcast.
Der Trend geht zu Videopodcasts - doch auch im Recruiting?
Vor allem die jüngere Zielgruppe (Gen Z und Millennials) feiert Podcasts,bei denen siesie auch ein Video streamen können. Rund 40 Prozent der wöchentlichen Hörer entscheiden sich aktiv dazu, das Video ihres Podcast-Streams bei Spotify & Co. einzublenden und dieses bewusst anzusehen. Nebenbei verbessert so ein Video-Podcast auch die Discoverability, also die Auffindbarkeit eines Podcasts Formats - schlicht und ergreifend weil du daraus relativ easy peasy Snippets zum Posten auf Social Media generieren kannst.
Persönlichkeit und Nahbarkeit sind Trumpf
Verglichen mit einer (vielleicht etwas eingestaubten) Karriereseite bietet dir so ein Karriere-Podcast aber noch einen anderen entscheidenden Vorteil: Nämlich, dass er echte Persönlichkeit und Nahbarkeit über Dinge wie Stimme & Klangfarbe vermitteln kann. Bei Videopodcasts, kommen auch noch Gestik und Mimik der Gesprächspartner des Podcasts hinzu. So entsteht bestenfalls ein tieferes, emotionaleres Vertrauensverhältnis zu potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Und das Beste daran?
Ganz nebenbei können interessierte Kandidaten (m/w/d) ihr Kennenlerngespräch mit eurem Employer Branding-Podcast ganz flexibel so legen, dass es ihnen perfekt in den Kram passt - z.B. auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport oder abends beim Kochen. Oder beim Gassi gehen mit dem Hund.
Ich selbst höre seit über 10 Jahren fast täglich Podcasts. Angefangen hatte das bei mir, als meine Frau und ich noch einen Hund hatten und ich mit unserem Bobby bei Wind und Wetter vor die Tür gehen durfte ☔. Wie gesagt - beim Gassi gehen haben viele die Stöpsel in den Ohren ;)

Und ja - ich gebs zu. Fast genau so lange spiele ich auch schon mit dem Gedanken, irgendwann meinen eigenen Podcast zu starten. Wer weiß - vielleicht kommt das mit ja irgendwann noch. Das Medium finde ich zumindest nach wie vor total spannend.
In den letzten Jahren habe ich mich ziemlich lange mit Podcasts und deren Erstellung beschäftigt, darüber gelesen und gehört. Noch heute ziehe ich mir spät abends beim Geschirrspülen irgendwelchen Input zu dem Thema.
Nur weil ich mich bislang nicht dazu durchringen konnte, mein Podcast-Projekt zu starten, heißt das ja nicht, dass DU genau so eine Tröte bist ;)
Und genau deshalb habe ich mich jetzt dazu entschlossen, einfach mal eine ausführlichere Blogserie darüber zu schreiben. Wer weiß - vielleicht ziehst du daraus genau die Insights, die es noch braucht, bevor euer Arbeitgeberpodcast das Licht der Welt erblickt.
Los gehts!
- 1. Die Podcast-Planung
- 2. Mögliche Podcast-Formate für deinen Karrierepodcast
- 3. Tools & Equipment - speziell für Einsteiger
- 4. Die wichtigsten Best Practices für deinen HR-Podcast
Die Podcast-Planung: strategische Vorarbeit
Bevor du motiviert das Mikrofon einschaltest, solltest du einen klaren Plan entwickeln. Wer ohne Konzept einfach drauflosquatscht, verliert sich schnell in zähem Geschwafel, und die Hörer schalten ab.
- Ziele und die liebe Zielgruppe definieren
Frag dich ganz am Anfang: Was willst du eigentlich mit dem Podcast erreichen? Und wen willst du womit ansprechen? Für deinen Arbeitgeberpodcast ist ein präziser „Candidate Avatar“ Gold wert. Ein Podcast über „Karriere in unserem Unternehmen“ ist meist viel zu breit. Spezifität gewinnt! Formuliere ein knackiges Mission Statement, wie zum Beispiel:
- Finde deine Nische
„The riches are in the niches!" - Ich weiß nicht, wie oft ich diese Aussage in den letzten zehn Jahren von englischsprachigen Podcastern wie John Lee Dumas oder Patt Flynn gehört habe. Zugegeben - dieser Artikel dreht sich vor allem um das Thema Arbeitgeberpodcast. Und bei einem Podcast für Employer Branding oder Recruiting-Zwecke wird in der Regel keine Monetarisierungsziele verfolgen. Aber dennoch trifft dieses Credo sehr gut zu und vielleicht wirst du dadurch ja reichlich mit Kandidaten beschenkt. Und dann stimmt immerhin der ROI ;) Fakt ist - je spitzer du dich positionierst, desto schneller wirst du in der Flut an Podcasts gefunden werden können. Wähle für dein Format also am besten einen klaren, suchmaschinenoptimierten (Stichwort: SEO) Namen, der Nutzern bei der Suche im Podcastplayer ihres Vertrauens sofort zeigt, worum es in deinem Format geht. Das gilt im Übrigen auch für deine Episodentitel ;)
Klarheit schlägt hier jede kreative Wortspielerei!
- Der Episoden-Puffer:
Podcast-Einsteiger machen oft einen entscheidenden Fehler, indem sie die erste Folge fertigstellen und es dann kaum erwarten können, ihr Neugeborenes (Format) zu veröffentlichen. Eine Folge allein auf weiter Flur ist allerdings keine gute Idee. Plane und skizziere lieber direkt von vornherein deine ersten 4 bis 6 Episoden (besser noch 10) und nimm vor dem offiziellen Start mindestens 3 bis 4 Episoden komplett davon auf.
- Die Launch-Strategie (Burst-Strategie): Veröffentliche zum Start am besten mehrere Episoden auf einmal. In Folge 1 stellst du dich, dein Unternehmen und das Ziel des Podcasts vor, während Folge 2 und 3 direkt echten inhaltlichen Nutzwert liefern. Das gibt deinen ersten Hörern gleich die Möglichkeit für zumindest ein kurzes „Binge-Listening“ und signalisiert auch den Algorithmen der Streaming-Plattformen sofortige Aktivität.
Welche Podcast-Formate eignen sich für einen Arbeitgeberpodcast?
Wenn du potenziellen Kandidaten in einem HR-Podcast spannende Insights rund um dein Unternehmen als Arbeitgeber oder konkrete Jobprofile vermitteln möchtest, sind deiner Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Eine erste Inspiration sollen dir aber die unten genannten Formate geben.
Egal wofür du dich letztlich entscheidest - hab bitte im Hinterkopf, dass Gespräche zwischen mehreren Personen einfach natürlicher wirken und die Hörer oft besser bei der Stange (oder im Stream) halten, als reine Monologe.
Die Dynamik, die aus ständigem Sprecherwechsel entsteht, triggert das Gehirn der Hörer immer wieder neu.
1| Das Mitarbeiter-Interview ("A Day in the Life")
- Konzept: Du schnappst dir Kollegen aus den den Fachbereichen und fühlst ihnen im Gespräch auf den Zahn.
- HR-Mehrwert: Authentischer geht es eigentlich nicht, da potenzielle Bewerber aus erster Hand erfahren, wie die Arbeitsatmosphäre, die echten Aufgaben und eventuell sogar die Teamkultur wirklich aussehen.
- Best Practice: Schicke deinen Podcast-Gästen ein paar Tage im Voraus zumindest grobe Fragen oder Themen worüber ihr voraussichtlich sprechen werdet. So schaffst du ein Gefühl von Sicherheit und dein Podcast-Gast ist weniger nervös. Schaffe auch eine entspannte Atmosphäre - so als würdet ihr zusammen in einem gemütlichen Café sitzen. Fragen á la „Erzähl mir von einem Moment, in dem...“ eignen sich dazu, auch einige emotionale Geschichten aus dem Gast herauszukitzeln.
Riverside ist eine KI-gestützte Plattform, mit der du u.a. Video-Podcasts in Studioqualität aufnehmen, bearbeiten, neu verwenden und veröffentlichen kannst. Und zwar so einfach, als stünde ein ganzes Kreativteam nur für deinen HR-Podcast bereit.
2| Das Co-Host-Format (z.B. "Recruiter & Hiring Manager im Dialog")
- Konzept: Ein festes Moderations-Duo (z. B. du aus dem Recruiting und ein cooler Teamleiter aus der IT) führt gemeinsam durch die Episoden und ihr spielt euch permanent die Bälle zu.
- HR-Mehrwert: Durch das Zusammenspiel zweier Charaktere kann eine sehr sympathische Energie entstehen und der Funke auf eure Hörer überspringen. Kandidaten bekommen so auch bestenfalls das Gefühl, schon mitten im Team zu sitzen. Das gilt zumindest für Wiederholungstäter in eurer Hörerschaft.
3| Das narrative Storyteling-Format (echte Erfolgsgeschichten aus dem Unternehmen)
- Konzept: Aufwendiger produzierte Episoden, die jeweils eine packende Geschichte erzählen – ggf. untermalt mit passender Musik und Soundeffekten. Das setzt natürlich deutlich mehr Vorplanung und Post-Produktion voraus, kann aber dafür sorgen, die Hörerschaft richtig zu fesseln.
- HR-Mehrwert: Erzähle zum Beispiel die Gründungsstory eures Unternehmens, begleite den Lebenszyklus eines Mega-Projekts oder zeichne den Weg eines Azubis nach, der sich zum Abteilungsleiter hochgearbeitet hat. Geschichten transportieren Emotionen und bleiben nachweislich im Gedächtnis haften.
4| Das Solo-Format ("Experten & Bewerber-Tipps")
- Konzept: Der Recruiter oder eine Führungskraft spricht alleine über ein bestimmtes Thema. Die Podcast-Hosts können dabei wechseln. Gleiches gilt auch für die Themen, die von fachlicher Natur bis hin zu ganz besonderen Arbeitgeberbenefits oder Tipps zum Bewerbungsprozess gehen.
- HR-Mehrwert: Perfekt, um authentische Einblicke in das Wirken der Fachbereiche zu geben oder wertvolle Bewerbungstipps, den Onboarding-Prozess zu erklären oder mit verbreiteten Karrieremythen aufzuräumen.
- Best Practice: Vorbereitung für die Episoden, JA. Wort-für-Wort-Skript ablesen, NEIN! Denn das klingt einfach nach nix... Es sei denn, du hörst dich gerne selbst wie einen Roboter reden. Aber wer tut das schon?! Nutze lieber eine übersichtliche Bullet-Point-Struktur mit Stichpunkten, an denen du dich bei der Aufnahme entlang hangelst. Und wenn du dich mal verhaspelst ist das auch nicht tragisch, da du den Part zur Not nochmal neu aufnehmen und später zusammenschneiden kannst.
Tools und Equipment
Die Tonqualität deines Audioformats ist natürlich das A & O. Vorausgesetzt dein Arbeitgeberpodcast soll kein reines Spaßprojekt sein, sondern einen gewissen Anspruch an Professionalität haben. Denn wenn es ständig rauscht oder klingt wie in einer Bahnhofshalle, sind deine Hörer schneller wieder weg, als dir lieb ist.
Die gute Nachricht: Du musst dafür kein Vermögen ausgeben. Und zudem kannst du dein technisches Setup auch mit der Zeit weiter ausbauen und professionalisieren.
Basierend auf meinen eigenen Recherchen könnte ein erstes Setup, mit dem du ins Podcast-Game einsteigst, in etwa wie folgt aussehen.
Kurzer Disclaimer:
Im folgenden Teil des Artikels gebe ich einige Produktempfehlungen an dich weiter, die mir in den letzten Jahren immer wieder begegnet sind. So musst du selbst nicht die ganze Rechercheaufwand betreiben, sondern kannst ganz einfach auf die Links klicken und gelangst so direkt z.B. zum entsprechenden Produkt auf Amazon, bei einem Software-Anbieter, etc. Das sind zumindest teilweise Affiliate-Links* und unter gewissen Voraussetzungen erhalte ich eine Provision vom Anbieter, wenn du etwas dort kaufst.
Podcast-Setup für Einsteiger (geeignet für dein HR-Budget 🤪):
Bekanntlich schwimmen HR-Teams in vielen Unternehmen nicht gerade im Geld und können daher beim Budget daher auch selten aus dem Vollen schöpfen. Wenn du also nicht eure komplette Kohle nur für das Podcast-Equipment raus hauen möchtest, sodass am Schluss vielleicht kein Budget mehr für deine Stellenanzeigen übrig bleibt, hilft dir hoffentlich die folgende Übersicht.
Podcast-Hardware für Einsteiger:
Das Podcast-Mikrofon:
Für den Einstieg ist ein gutes USB-Mikrofon im Vergleich zu einem reinen XLR-Mikro oft die beste Wahl, da du es einfach direkt per USB-Kabel an deinen Laptop anschließen kannst. So kommst du dann auch ohne weiteres Equipment wie etwa ein separates Mischpult oder Interface aus, die du bei einem Podcast-Mic mit ausschließlich einem XLR-Anschluss benötigen würdest.
Folgende USB-Mikrofone sind mir bei meinen eigenen Recherchen immer wieder begegnet:
- Fifine AM8 * (ca. 50-60 €): Ein vergleichsweise günstiges dynamisches Mikrofon, das Nebengeräusche super ausblendet und direkt im Paket mit einem Tischstativ zu haben ist. Ganz nebenbei hat es sogar einen XLR-Anschluss, falls du später doch noch aufrüsten möchtest.
- Samson Q2U* (ca. 70-100 €). Das ist sowas wie der Klassiker der Einsteiger-Podcast-Mikrofone. Das Samson Q2U ist ein robustes USB/XLR-Mikrofon, das du häufig sogar inklusive Stativ und allen nötigen Kabeln im Paket erhältst.
Für etwas mehr Budget bekommst du aber auch die unter Einsteigern und fortgeschrittene Podcastern sehr beliebten Mikros von der Marke RØDE, wie etwa das RØDE NT-USB+ * oder das RØDE PodMic USB * . (So ein NT-USB-Mikrofon habe ich sogar bislang ungenutzt zuhause im Schrank stehen 🤦)
Die Auswahl des “richtigen” Podcast-Mikrofons von Tag 1 ist übrigens nicht ausschlaggebend für den späteren Erfolg deines Podcasts.
Aber sind wir mal ehrlich:
Bei so vielen Angeboten und Empfehlungen lässt sich doch einfach so wunderbar prokastinieren 🤪
Kopfhörer für die Podcastaufnahme
Gescheite Kopfhörer helfen dir beim Podcasten in mehrfacher Hinsicht. Einerseits sorgen sie dafür, dass du dich selbst besser hörst. Andererseits helfen sie dir dabei, eventuelle Probleme mit der Aufnahme (z.B. übermäßig lautes Atmen, Rauschen oder Übersteuern) bereits während des Recordings zu erkennen. Und davon kann es einige geben, angefangen bei der Lautstärke deiner eigenen Aufnahmespur, über Hintergrundgeräusche, Knacken, übermäßig laute Atemgeräusche, Echo bis hin zur Verständlichkeit der Stimme deines Podcast-Gasts.
Für Podcast-Aufnahmen solltest du daher geschlossene Kopfhörer zulegen - das gilt auch für fortgeschrittene Setups. Das hat vor allem den Hintergrund, dass der Ton aus dem Kopfhörer nicht aus Versehen wieder zurück ins Mikrofon wandert und dadurch ein ungewolltes Echo erzeugt wird.
Gute geschlossene Kopfhörer für Podcast-Newbies sind:
Mikrofonarm & Stativ - für stabilere Podcast-Aufnahmen
Schon klar - du kannst dein Mikrofon für die Aufnahme natürlich einfach auf den Schreibtisch stellen. Eine besonders gute Idee ist das aber nicht, da es leider schnell zu ungewollten Störgeräuschen (z.B. Tisch- und Berührungsgeräusche) auf der Tonspur kommen kann.
Wenn du genau das vermeiden möchtest, kann ein Mikrofonarm die Lösung sein. Er sorgt dafür, dass das Mikrofon in einer konstanten Position bleibt. Beispiele hierfür sind etwa der Elgato Wave Mic Arm * oder das RØDE PSA1+ *.
Planst du hingegen ein Podcastformat, bei dem du mobil sein musst und die Episoden immer wieder an unterschiedlichen Orten aufnimmst, kann dagegen ein klassisches Tischmikrofonstativ praktischer sein, wie etwa das RØDE DS1 *.
Das gilt besonders dann, wenn ihr den HR-Podcast nicht in einem festen Studio, sondern beispielsweise in wechselnden Besprechungsräumen, auf Events oder an verschiedenen Unternehmens-Standorten vor Ort aufzeichnen werdet.
Popfilter und Windschutz
Mikrofonarme oder Stative sind super, da sie vor allem mechanische Störgeräusche abfedern können. Sie schützen deine Podcast-Aufnahme aber nicht vor sogenannten Plosivlauten, die zu unserer Sprache ganz einfach dazu gehören. Dafür benötigst du einen sogenannten Popfilter oder Popschutz.
Bei "plosives" handelt es sich insbesondere um Wörter, die mit einem “P”, “B” oder “T” beginnen. Falls du jetzt denkst, ich will dich veräppeln, kannst du natürlich einfach mal deine Hand vor den Mund halten und ein Wort aussprechen, dass mit einem der genannten Vokale beginnt, z.B. “Podcast” oder "Pupskissen".
Merkst du das leichte Spucken in der Hand? 🤪
Auch wenn es zur auf die wenigsten Podcasts zutrifft, so ist dennoch denkbar, dass du deinen Podcast unterwegs und im Freien aufzeichnest. In diesem Fall solltest du dir unbedingt Gedanken über einen Windschutz machen, der die abprallende Luft auf deinem Mikro dämpft. Es gibt sowohl Schaumstoff- als auch Fellwindschütze. Letztere kennst du sicher als diese strubbeligen Aufsätze von rasenden Reportern im Fernsehen.
Aber kanntest du auch den "Kosenamen" für diese Teile?
Umgangssprachlich wird so ein Fellwindschutz auch gerne mal als “tote Katze” bezeichnet. Wie fies ist das bitte?
Zu verkopft sollte man bei dem Thema aber auch nicht rangehen, denn bei vielen Podcast-Mikrofonen ist bereits ein entsprechender Schutz integriert oder im Lieferumfang enthalten. Aber falls dein Mikrofon tatsächlich kein Popfilter oder Windschutz hat, ersparen dir die paar Euro zusätzlichen Invests vermutlich den ein oder anderen Kopfschmerz im Nachgang...
Software & Hosting:
Tools für die Aufnahme eines Podcasts:
Für die tatsächliche Aufnahme deines Arbeitgeberpodcasts gibt es natürlich auch wieder super viele Tools. Einige davon sind grundsätzlich kostenlos zu nutzen, andere wiederum stehen "Free"-Usern lediglich in abgespecktem Umfang zur Verfügung und können in einen bezahlten Account umgewandelt werden.
- Audacity: Kostenloses Tool für insb. Windows-User
- GarageBand: Kostenloses Tool für Mac-User
- Podcastle: Mit der Web-App Podcastle kannst du hingegen direkt im Browser aufnehmen. Ein Highlight ist die „Magic Dust“-Funktion, womit eine KI dein Audio so sauber rechnet, dass selbst eine Smartphone-Aufnahme klingt, als wärst du in einem professionellen Studio gewesen. Es gleicht z.B. auch Lautstärken automatisch an und entfernt Stille auf Knopfdruck.
- Riverside *: Riverside gilt als das Nonplusultra für Remote-Aufnahmen und eignet sich daher sehr gut für Interview-Podcasts mit Gesprächspartnern, die an einem anderen Ort sitzen.
- Was bei Riverside * besonders ist - die Plattform zeichnet Videos mit bis zu 4K sowie die Audiospur lokal auf den Geräten der Teilnehmer auf. Und das hat sicher dem ein oder anderen Podcaster mit etwas wackeliger Internetverbindung vermutlich schon den Ar*** gerettet hat.
- Streamyard: Ähnlich zu Riverside ist auch Streamyard ein webbasiertes Studio, das sich - wie der Name schon verrät - auch sehr gut für das Streamen von Videoinhalten eignet.
Hosting
Damit deine Hörer deinen Arbeitgeberpodcast überhaupt streamen können, muss er irgendwo gehostet werden. Für das Hosting gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten (kostenlos und kostenpflichtig). Meine eigenen Erfahrungswerte sind hier allerdings zugegebenermaßen etwas limitiert, sollten dir aber zumindest einen Anhaltspunkt geben, in welche Richtung du weiter recherchieren kannst.
Möglichkeiten zum kostenlosen Hosting für deinen HR-Podcast:
"Hosting-Spezialfall" Community:
Falls du um deinen Arbeitgeber-Podcast sogar eine richtige Community aufbauen möchtest, könntest du das Hosting der Episoden rein theoretisch auch via Substack oder in einem Ghost-Blog * lösen. Beide Tools bieten als spannendes Zusatzfeature auch die Option, eine eigene Newsletter-Liste aufzubauen.
Kostenpflichtige Plattformen zum Hosting deines Podcasts.
- Podigee: Bei Podigee handelt es sich um einen kostenpflichtigen Hoster aus Deutschland, der besonders in der D-A-CH Region als die Nummer eins gilt. Speziell für Corporate Podcasts, bei denen ggf. besonderes Augenmerk auf DSGVO gelegt wird, wird Podigee häufig verwendet.
- Letscast.fm: LetsCast.fm bietet Dir modernes, elegantes Hosting, um deinen HR-Podcast einfach und schnell auf allen Plattformen zu veröffentlichen. Klare Pakete mit diversen Funktionen für Podcast-Anfänger und erfahrene Podcaster
Die wichtigsten Best Practices für deinen HR-Podcast
Damit dein Podcast nicht nach drei Folgen wieder sang- und klanglos einschläft (wie es über 44 % aller Podcasts ergeht, die die magische 3-Episoden-Grenze nicht überschreiten), solltest du diese Profi-Tricks beherzigen:
- Raumakustik schlägt teure Technik: Ein 500-Euro-Mikrofon klingt in einem hallenden Glasbüro einfach furchtbar. Geh in einen kleinen Raum mit möglichst vielen Textilien. Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel, etc. brechen den Schall und wirken Wunder. Und der ultimative Geheimtipp ist sowieso, den Podcast im Kleiderschrank aufzunehmen – Kleidung schluckt den Hall perfekt. Das würde ich allerdings nur für Solo-Formate empfehlen ;)
- Die goldene Faust-Regel: Halte beim Sprechen immer einen konstanten Abstand von einer Faustbreite (ca. 10 cm) zum Mikrofon ein und sprich leicht am Mikrofon vorbei (in einem 45-Grad-Winkel), um unschöne Pop- und Atemgeräusche (besonders P-, B- und T-Laute) zu minimieren. Alternativ kannst du natürlich auch mit einem Popschutz arbeiten.
- Der magische Einstieg (Die Hook): Verschwende die ersten 30 Sekunden nicht mit langweiligem Vorgeplänkel oder ewigen Begrüßungen. Starte direkt mit einer spannenden Frage, einer steilen These oder einem packenden Highlight-Ausschnitt aus der Folge (Teaser-Hook). Die ersten Sekunden entscheiden, ob die Hörer dranbleiben oder woanders weiterstreamen.
- Aufnahme-Sicherheit (Backup): Nimm immer eine Sicherheitsspur auf. Lass zum Beispiel dein Smartphone oder ein kleines Wireless-Mikrofon wie das Rode Wireless Pro * parallel mitlaufen, damit du bei einem Systemabsturz nicht das mühsam geführte Interview mit einem Top-Gast verlierst. Solltest du Riverside * für deine Aufnahme nutzen, sollte dieses Problem ohnehin nicht auftreten.
- Sei gnädig beim Schneiden: Gerade dann, wenn du mit Audacity oder GarageBand startest, musst du nicht jedes einzelne „Ähm“ oder jeden kleinen Versprecher penibel von Hand herausschneiden. Ein Podcast lebt von seiner nahbaren, authentischen und menschlichen Atmosphäre – genau das unterscheidet ihn von sterilen Werbespots.
- Der Multiplikator-Effekt (Content-Repurposing): Nutze KI-Tools wie Opus Clips oder die Riverside-Funktion Magic Clips , um aus einer einzigen 30-Minuten-Folge vollautomatisch 5 bis 10 vertikale Kurzvideos (für TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts) generieren zu lassen . Poste diese Clips auch gerne fleißig auf LinkedIn – das ist ja so eine Art Pflichtkanal für dein Personalmarketing und Recruiting.
- Baue deine eigene Plattform auf: Verlasse dich niemals blind auf die Algorithmen von Spotify oder YouTube. Nutze jede Episode, um deine Hörer gezielt auf deine eigene Karriere- oder Bewerberseite zu leiten. Dort kannst du ihnen sogar theoretisch einen E-Mail-Verteiler (z. B. einen exklusiven Job-Newsletter) anbieten.
FAZIT:
Ich weiß, ich weiß. Das war jetzt ein viel zu langer Artikel über Podcasten und im Speziellen das Thema Arbeitgeberpodcast. Die ursprüngliche Variante war sogar noch wesentlich länger - aber ich wollte jetzt einfach mal fertig werden mit dem Beitrag. Lass mich bitte unbedingt wissen, wenn dir dieser Artikel endlich den nötigen Schubs gegeben hat, deinen Karriere-Podcast zu starten - schreibs in die Kommentare oder teile deine Gedanken mit der HR-Freund-Community auf LinkedIn.
